Montag, 19. Januar 2015
Überlebt
Freitag, 22. Oktober 2010
Freitag, 13. Februar 2009
Note 1.7
So, es ist soweit. Ich bin endlich frisch gebackene Besitzerin eines Laptops. Meine Güte ist das aufregend. Endlich gehöre ich dazu. Endlich gehöre ich auch zum erlesenen Kreis von Menschen, die im Café hinter dem Monitor versunken ihren medium Karamell-Latte schlürfen, die sich der Welt entrückt im Zug eine DVD ansehen oder die einfach nett beisammen sitzen und miteinander chatten. Ok., ich fahre selten lange Strecken mit der Bahn und im Kreise meiner Liebsten oder im Café bevorzuge ich immer noch den verbalen Austausch samt Mimik – aber ich könnte...Ach, hatte ich schon erwähnt, dass ich die Prüfung bestanden habe? Ich bin so froh! Mündliche Prüfungen sind einfach nur die Hölle. Ich blättere seit dem selbstvergessen in der Landlust – da sind so schöne große Bilder drin - und gucke ohne schlechtes Gewissen alles, was das Hausfrauenherz höher schlagen lässt: Desperate Housewifes, Germanys next Topmodel, DSDS, bis mir buchstäblich schlecht wird. Lach. Die Ruhe wird nicht lange anhalten. Aber bis dahin werde ich sie genießen! In diesem Sinne, für mehr Genuss. Eure Vanille.
Mittwoch, 28. Januar 2009
Abschirmdienst
Führung heißt eine Handlung vollziehen, die als Teil eines gemeinsamen Problemlösungsprozesses Struktur in eine Interaktion bringt.
Wie kommt man auf so was? Kann der sich nicht normal ausdrücken? Ich würde Führung wie folgt definieren: Die Arbeit eines Hühnerhaufens von Mitarbeitern Koordinieren und Strukturieren. Fertig! So einfach. Aber warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht, gell, Herr Neuberger?!
Nach N. sind demnach:
- mehrere Personen beteiligt.
- mit der Absicht der Einflussnahme
- das Ganze zielorientiert
- und durch Kommunikation vermittelt. Ja ja, Sprechblase so mit Luftblasen aus dem Mund...
Aber es leben auch im Münsterland sehr seltsame Menschen: 19.30 Uhr, stockdunkel in Münster, - 2 °C. Ich radle mal wieder meine Lieblingsstraße entlang und was sehe ich durch den Sehschlitz zwischen Kapuze und Schal? Zwei (!) große, sonnengelbe Sonnenschirme aufgespannt auf einem Balkon! „Hey Bruder *ziehtanderschischa* in Jamaica ist es immer so hot brother Rastafari, hey man I know, bleib cool, zieh’ die Flip Flops aus und schlüpf in die Flanellsocks, hey jo man, is besser! Nein, den Grill brauchst Du jetzt noch nicht, hey believe me..!“
Also, was hat Neuberger noch mal gesagt? Los jetzt konzentriere dich! Aber das ist so crazy… Ruhe jetzt!
Samstag, 24. Januar 2009
Neuberger

Ich muss lernen. Die Klausur ist in zwei Wochen, der Lernstoff reicht für zwei Monate. Wie soll ich anfangen?
Die Ausarbeitung einer Kommilitonin über „Selbstgesteuertes Lernen“ hilft da wenig. Da steht nämlich nichts drin darüber, wie man sich verhält, wenn auf einmal unheimlich viel Wäsche zu waschen ist, wenn es unter den Schuhen knirscht und der Boden unbedingt und jetzt sofort gewischt werden muss (es knirscht schon seit 1 ½ Wochen…). Warum hat noch niemand eine wirklich brauchbare Strategie erfunden, wie man theoretischen, staubtrockenen Stoff einfach und nachhaltig ins Gehirn einpflanzen kann?
Es gibt Wissenschaftler, die erfinden so etwas wie Blutdoping, um den Sport echt widerwärtig zu machen. Es gibt jemanden, der hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man eine Brühwurst gar bekommt, wenn man sie an zwei Elektroden anschließt. Ja, Menschen haben sogar Geräte erfunden, die schwarze Löcher simulieren! Aber niemand sagt dir, wie du das Bedarfsanalysemodell nach Neuberger auswendig lernen kannst. Wie sind die eigentlich so schlau geworden?
Ich beobachte mich dabei, wie ich vor dem Spiegel stehe und an meinem Pony herumschnipsele, statt am Schreibtisch zu sitzen, wie ich – quasi wie von Geisterhand gesteuert – eine Gesichtspackung auflege und den Balkon aufräume (im Winter!).
Ich kann auch wunderbar einfach nur vor der Glotze liegen und mich darüber amüsieren, wie bekloppt die Gestalten im Dschungelcamp sind. Und danach kommt ja noch der mit 42 Zähnen gesegnete Raab… und auf einmal ist es so spät, dass man weder noch Zeit hat die Wäsche aufzuhängen, noch die zu Mörtel erstarrte Gesichtsmaske adäquat zu entfernen. An Lernen ist an dieser Stelle erst recht nicht mehr zu denken (ist klar..!), schnell ab ins Bett!
Eigentlich ist es so, dass dich das schlechte Gewissen so fertig macht, dass du nach spätestens zwei Wochen des Nichtlernens ein psychisches Wrack bist. Warum setzt man sich dafür nicht einfach täglich für eine Stunde hin? Verstehe wer will. Der Mensch ist doch bekloppt!
Aber jetzt! Jetzt fang ich an! Ich finde einfach nichts mehr, was geputzt oder gewischt werden muss…
Montag, 19. Januar 2009
Tina Turner

Ich war gestern auf dem Tina Turner Konzert in Köln.
Das erste Lied hab ich ja kaum mitgekriegt vor Wasser in den Augen, weil das alles so schön war. Tina is back! Die Konzertbühnentotgeglaubte leibhaftig da unten auf der Bühne! Und dann diese megageile Arenaatmosphäre von zigtausend begeisterten, spannungsgeladenen, mitfiebernden Fans. Da wird die Gänsehaut zur Dauereinrichtung. Und dann, angeheizt von Timberlake/Madonnas 4 Minutes, öffnete sich endlich der rote Samtvorhang: Alle Scheinwerfer zielten auf unsere Tina, als sie, auf einem 5 m hohen Podest, im kleinen Glitzerschwarzen, die ersten Töne von „Steamy Windows“ anstimmte. Da kullern dir so die Tränen runter und ruinieren dir das Make up, aber scheiß egal! Mein Gott war das schön. Mich hat ja nichts mehr auf dem Sitz gehalten. Nach „Typical Male“ heizte sie direkt mit „River deep - mountain high“ ein und uns kochte das Blut in den Adern. Also wenn man aus menschlicher Energie Licht machen könnte, dann hätten die Alfs im All noch die Sonnenbrillen aufsetzen müssen!
Ich bin wirklich schwer beeindruckt. Meine Güte was für eine Röhre. Ihre Stimme ist ausdruckstärker denn je und die hohen Töne habe ich in den letzten beiden Konzerten nicht so klar wahrgenommen. Sie hat uns ihr Golden Eye um die Ohren gepfeffert, dass uns die Haare elektrisiert zu Berge standen. Und spätestens nach „It’s only Rock’n Roll“ hatte ich Füße und Rücken vom Mitrocken. (Ihre Fans sind eben nicht mehr die Jüngsten) Und unsere Tina, mal im kleinen Schwarzen, mal im pompösen Roten, mal im verspielten Weiß-glitzernden mit enger Glitzercapri und passender Glitzertunika, schwebte die ganze Zeit auf High Heels über die Bühne. Rrrrressspekt, Lady!
Nach ihrer Abschiedstournee in 2000 habe ich eigentlich gedacht, sie zieht sich in ihren Wintergarten zurück und züchtet Siamkatzen mit ihrem deutschen Lebensgefährten. Aber nichts da. Durch den Wintergarten hat sie einen Catwalk gezogen für die täglichen Pfennigabsatzübungen und die gemütlichen Abende vor dem Kamin mit Buch und Rotwein wird sie mit einem gutaussehenden Personaltrainer beim Workout verbracht haben. Ihr Bett hat sie wahrscheinlich im Studio aufgestellt, denn diese Stimme ist wirklich markerschütternd gut. Da schlägt der Prosecco noch im Duodenum Begeisterungsbläschen.
Apropos Prosecco: Wer sich richtig etwas gönnen möchte, sollte sich mal den Spaß einer Loge gönnen. Weißgekleidete Kellner öffnen Dir mit einer Chipkarte die Tür zu einem kleinen Wohnzimmer mit Clubgarnitur, Stehtisch mit Designerstühlen, rechts in weiß eingedeckt das warme Buffet samt Dessert- und Käsevariation, links liegt der Prosecco neben dem Weißwein und dem Mineralwasser im Eiskühler und geradeaus eine riesige Glastür. Wenn Du also nun aus diesem gemütlichen Wohnzimmer durch die Schiebeglastür trittst, stehst Du quasi mitten in der Arena auf einem Balkon, mitten in der elektrisierenden Arenaatmosphäre. Muss man unbedingt mal erlebt haben! Wann kann man sonst mal die ruhigen Stücke mit einem kühlen Glas in der Hand, ohne Platzmangel, genießen?
Bleibt zu sagen, dass ich ehrlich dankbar bin, Tina Turner noch einmal so temperamentvoll auf der Bühne erlebt haben zu dürfen. Ich muss schon wieder weinen, wenn ich an die letzten Minuten den Konzertes denke, als sie sich mit Handküssen und beiden Händen winkend von ihrem begeisterten Publikum, das laut „Tina! Tina!“ rief, verabschiedete.
Ich freue mich schon heute auf den DVD-Abend mit Dr. OC, der ein ebenso großer Tina-Fan ist.
Samstag, 17. Januar 2009
Telefonakquise
Wer arbeitet dort eigentlich? Was sind Telefonakquisiteure für Menschen?
Bitte nicht falsch verstehen. Mein Respekt gilt allen Arbeitnehmern egal welcher Branche. Aber, wie dick muss mein Fell sein, wenn die Ergebnisse meiner Arbeit sich wie folgt anhören: „Was wollen Sie? Nur ein kleines Interview? Sorry, keine Zeit.“ „Was ich für ein Auto fahre?“ Das geht Sie wohl einen Scheißdreck an!“ „Ob ich meine Telefongesellschaft wechseln möchte?“ „Nein, hab’ ich irgendetwas von Telefongesellschaftwechseln gesagt?“
Ich frage mich, ob es Telefonopfer gibt, die anders reagieren. Sollte es Menschen geben, die sich für die Informationen freundlich bedanken und ausführlich Auskunft über ihre persönlichen Verhältnisse geben? Wahrscheinlich die gleichen, die sich auch mit den Zeugen Jehovas gemütlich auf einen Tee zusammensetzen und über den Wachturm diskutieren. Viele können das nicht sein…
Nun rufen die Kolleg(inn)en aber auch zu unglücklichen Zeiten an. Z.B. wenn man um 19.30 Uhr, Feierabend, das perfekte Dinner angestellt hat und gerade genüsslich in das Abendbrot beißen will. Oder auch gern Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr, so wie heute: „Wollen Sie unsere Tageszeitung abonnieren?“ „Nein, ich möchte ihre Tageszeitung nicht abonnieren. Und wenn, dann wäre ich sicherlich in der Lage, Ihren Verlag in dieser Angelegenheit zu kontaktieren. Wissen Sie, ich schlafe am Wochenende gern länger, ich bin Single und gestern auf 1 – 2 Sektchen ausgegangen. 50 % der Haushalte in der Stadt sind Singlehaushalte. Die machen das genauso. Würden Sie mich also bitte nicht mehr anrufen?! Danke!“
Ich wette, nächste Woche habe ich Milupa an der Strippe oder MAN-Nutzfahrzeuge
Sonntag, 11. Januar 2009
Verschollen im Weltall
Aber ich bin wohl nicht die Einzige, die in den Extremen zwischen „Im Roten drehen“ beim Arbeitshype und „Tote Feiertagsmaus“-spielen verloren gegangen ist. Ich vermisse einen alten Kameraden, mit dem die Werte für „MM-Blutkonzentration“ und Übernachtungsmöglichkeiten in Münster (Kreisverkehr) neu erfunden wurden.
"Wat is’n mit C.? Wie geht’s’n dem so?", wurde ich letztens gefragt. „Keine Ahnung”: „Space-resolved! Transformation in extraterrestische Materie. Von Scotty upgebeamt nachm Jupiter hin, auf der Suche nach Stimmen aus dem All. Unterwegs mit Pluto und Venus n Kaffee getrunken (Kaffee, zwinker, ähä, is klar..), dann wieder rein ins Ufo und ab durch die Milchstraße. Führerschein weg. Schweine im Weltall. Jetzt Lebenszeichen nur noch per SETI (wobei: das ist ja die Suche nach außerirdischen INTELLIGENZEN.. mhh….) an EISCAT (nördlicher Polarkreis) oder ARECIBO (Amerika) möglich. Ok., man kann sich auch in die Eiffel stellen mit seinem Notebook. Auf den Effelsberg in Bad Münstereifel, direkt neben die große Schüssel.“

Radiowellen werden auch zur Erwärmung in der Mikrowelle verwendet, indem man die Wärme bei ihrer Absorption nutzt. Mit nem guten GPS Mikro…. Wer weiß…
Ich glaub’ ich muss mal hoch und den Kerl abholen. Vielleicht fliegt Ariane ja mit. Wollte eh mal beim Mars vorbei – kurz reinbeißen, weisse Bescheid - Heilige Scheiße, wenn man mal kurz nicht da ist…
Und jetzt noch interessantes über Radiowellen. Ich liebe Wikipedia!
Den Radiowellen aus dem Weltraum widmet sich die Radioastronomie. Bekannt ist z. B. die Strahlung des freien Wasserstoffs in der Milchstraße bei einer Wellenlänge von 21 cm. Andere von der Radioastronomie untersuchte Frequenzen stammen von Riesensternen, von Pulsaren, von sogenannten aktiven Galaxien und Quasaren. (Also stellt Euer SETI auf 21 cm, sonst findet Ihr den nie!)
Und zum Schluss endlich die Erklärung aus der Nachrichtentechnik für die vielen verschiedenen Programme:
Die zu übertragende Information wird bei der Nachrichtenübertragung einer Trägerwelle durch Modulation aufgeprägt und von der Sendeantenne abgestrahlt. In der Empfangsantenne werden durch die Radiowellen gleichartige Schwingungen induziert, aus denen nach vorhergehender Verstärkung die Information wieder demoduliert wird. Nur wegen der Möglichkeit, ähnliche Nachrichten unabhängig voneinander mit Sendern unterschiedlicher Trägerfrequenz zu übertragen, kann man aus der großen Auswahl von gleichzeitig abgestrahlten Rundfunk- und Fernsehprogrammen auswählen. Aus dem gleichen Grund ist es möglich, beim Telefon auf einem Draht einige hundert Telefonate gleichzeitig und ohne gegenseitige Störung zu übertragen. Die Selektion der gewünschten Trägerfrequenz erfolgt durch Schwingkreise.
Aha..!
Donnerstag, 1. Januar 2009
Lustiger Fernsehabend
Als Single entflieht man dem 523sten Jahresrückblick am heimischen TV-Gerät gern, um mit den besten Freunden den Jahreswechsel zu begehen und ein bisschen zu feiern.
Am Silvestervortag herrscht großes Geschnipple. Salate werden lukullisch geschichtet, Dips gerührt und Käsebällchen im fein geschnittenen Kraut gerollt. Die Garderobe am Jahrestage muss sorgfältig ausgewählt werden. Zwar chic aber bequem muss sie sein. Es soll ja schließlich nicht kneifen, dort, wo das Fonduefleisch gemeinsam mit dem frischen Baguette in Knofi-Sauce getunkt mal hin soll. Trotzdem möchte man doch beim anschließenden Wohnzimmertanz eine gute Figur machen. Der Gastgeber verfügt über eine wahrlich gigantische, fast lückenlose Dokumentation unserer Musikgeschichte mit phänomenalen Leckereien für das 1Live-gepeinigte Ohr. Noch schnell die gekühlten Flaschen einstecken und los geht’s.
Ach ist das schön. Alle da. Küsschen links, Küsschen rechts und dann ab an die einladende Tafel. Vorbei der sich am Tage noch schleichend anbahnende Silvesterblues. Schnatter hier, schnatter da, rotwangiger Hühnerhaufen – ich liebe es. Und plötzlich kommt einer auf die Idee eine DVD zu gucken. Es ist 23.15 Uhr und er schafft es mit wenigen rhetorischen Loopings 1 oder 2 Meinungsführer davon zu überzeugen, dass es unmöglich ist, auch nur eine Minuten noch zu überleben, ohne diesen unglaublich lustigen Film gesehen zu haben. Die Rädelsführer steuern unvermeidlich auf den Fernseher zu, die immer Folgsamen folgen. Ich sehe dem Treiben ungläubig zu. Alle Versuche, die letzten Töne von Freddy’s „we will rock you“ mit meinem Leben zu verteidigen schlugen fehl, adieu „Happy new year“ von ABBA, adieu Tina Turner im Konzertmitschnitt auf 3SAT, adieu „knallrotes Gummiboot“.
Ich betrachte immer noch fassungslos meine Freunde (Ich brauche Neue. Und zwar sofort!), die das DVD-Ereignis einer semikomischen deutschen Komödie nur für kurze Zeit unterbrechen, um die Silvesterböller in den Nebel zu feuern. Das Elend wurde nach dem Feuerwerk – nein nicht Gott sei Dank beendet – fortgesetzt! Ich bitte um tröstende Kommentare aller Leser, die ähnliches schon einmal erlebt haben. Danke!
Für das nächste Jahr habe ich mir überlegt, meine Blockflötenkenntnisse aufzufrischen und ein Konzert im Altenheim St. Georg zu geben. Vielleicht werde ich auch mit dem Traumschiff verreisen und kollektives Wellfleischbrutzeln auf dem Sonnendeck veranstalten. Ob ich einen Unterschied bemerken werde? Ich fürchte nicht…
Montag, 29. Dezember 2008
Stopfleber

Schreibblockade.
Zuviel Gänsefett.
Es ist ja bewiesen, dass man im Urlaub verblödet. Die Großhirnrinde ist nur mit Dingen beschäftigt wie: Wann gibt’s endlich etwas zu Essen? Kann ich den letzten Rotkohl mit Christstollen kombinieren? Passt der Schokoweihnachtsmann auf die Wintererdbeeren aus Ägypten (hab ich im Bioladen gekauft!), nachdem ich ihn in der Packung klein gehauen habe?
Das höchste der Neuronenaktivität ist dann die Frage: „Wieso sieht Gérard Departieu in diesem besemmelten Kostüm als Graf von Monte Christo so gut aus?“ Oder: „Warum können Gremlins 6 Zigaretten auf einmal rauchen?“
Und überhaupt: Warum guckt die Meier-Wölden immer so kaninchich und wie viel hat die Nielsen wohl für die Filmaufnahmen über ihre Brust OP bekommen? Die kann jetzt mit 50 wieder Tops mit Spaghettiträgern ohne BH drunter tragen. Konnte ich das letzte mal mit 15…
Ich meld’ mich wieder, wenn der Nebel in meinem Kommunikationszentrum sich gelichtet hat und die Leber fertig ist mit dem Gänseschmalz…
Dienstag, 23. Dezember 2008
Wer sitzt denn heute noch besinnlich am Weihnachtsbaum?
Die Firmen haben Jahresabschluss, die Werke Inventur. Die Behörden werden von den letzten Hartzern überrannt, weil nächstes Jahr gibt’s bestimmt nix mehr. Im Einzelhandel grassiert der Wahnsinn.
Ich seh’ sie alle vor meinem geistigen Auge am 24sten da sitzen: total abgekämpft, die Zunge hängt aus dem Mundwinkel, die Haut teigig und grau, die Stirnfalte eingemeißelt, die Nacken-/Schulterverspannung wie in Beton gegossen.
In unserer Familie haben wir damit keine Probleme. Wir werden wie jedes Jahr mit rosigen Wangen, schwer entspannt und glücklich grinsend dem bescherlichen Treiben der Kinder unterm Weihnachtsbaum zusehen.
Das mag daran liegen, dass ein klitzekleiner Sektempfang am Vormittag den heiligen Tag bei mir einläutet. Nach glücklicher Ankunft (puhh…) beim weihnachtlichen Sippentreffen wird, aus Freude darüber, erst mal mit einem winzigen Cognäcchen zum Kaffee angestoßen.
Getreu dem Motto: „Ein Küchenwein der muss sein“, wird zum heimeligen Brutzeln der Martinsgans (hä?) schon mal der Rotwein geöffnet. (Schließlich muss der ja atmen – weiß doch jedes Kind). Das samtige Aneinanderklingen bauchiger, dünnwandiger Rotweingläser umrankt das feierliche Festmahl, dessen krönender Abschluss in diesem Jahr eine von mir selbst zubereitete Schichtcreme sein wird. Diese besteht aus Kirschen, Quark, Sahne und nicht weniger als zwei Flaschen Eierlikör… hicks!
Also us geez imma supa.
Zur Nachahmung empfohlen. Macht das Beste draus. Herzlichst Eure Vanille!
Samstag, 20. Dezember 2008
Heiliger Bimbam
Alter Schwede! Ein Nachbar hat seine Weihnachtsdeko ausgepackt! Weinselig radle ich nichts ahnend Richtung Mond nach hause, als ich auf dem Zweirad zur Salzsäule erstarre: Ein Nikolaus schwebt imaginär an einem Fallschirm Richtung Waschbetonboden seines Balkons, andere sitzen in den Blumenkästen. Einer klettert an der Wand hoch und Rudolph glotzt. Das ganze Szenario mit 150 Mörderlichterketten umrahmt, blink, blink, Feuerwerk, blend, so spreng die Pupille, ah, oh, uh, aua!
Rrrrrespekt Alda! Hast Du das Zeug direkt aus Amerika importiert? Von dort, wo der heilige Klaus zu dieser Zeit zum Saxophon die Hüften swingt, sein ständig verrotztes Rentier an der Seite? Da wo Jingle Bells die Flocken zum erstarren bringt und nicht „süßer die Glocken nie klingen“? Heiliger Bimbam!

Das kannst Du doch nicht machen! Wir befinden uns in der bäuerlich-westfälischen Totalebene. Schau Dich doch mal um! In den angrenzenden Häusern siehst Du verhaltene Freude. Hier mal ein braves Strohsternchen, da ein filigranes Engelchen mit einer Kerze im Fenster, dort ein Lichterkettchen im getrimmten Immergrün. Das ist die Inbrunst der Vorfreude, quasi das Nonplusultra der Gefühlsduselei. Du erschreckst uns seit Jahrtausenden erzkonservativ geprägten Pumpernickelesser zu Tode mit so einer Aktion! Uns trifft der Schlag! Wir sind romantisch wenn das Licht aus ist, wir fangen an zu feiern nach dem 25sten Doppelkorn, wir sind begeistert, wenn wir 3,90 € im Lotto gewinnen oder uns ein zweistöckiges Kartenhaus aus Bierdeckeln am Stammtisch gelingt. Unsere Bürokratenherzen brauchen ein Sauerstoffzelt bei zuviel Coca-Cola.
*Puhähwischtsichdenschweißvonderstirn* Einfach weiterradeln und sich freuen, dass man nicht direkt gegenüber wohnt, puuuhh…..
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Ich hab mir gerade einen Yogi-Tee aufgebrüht:
Diesen Chai mit Anis, Fenchel, Süßholz, u. Kardamom widmen wir der Liebe und Fürsorglichkeit zwischen allen lebenden Wesen auf der Erde. Möge mit jeder Tasse Tee das Band der Zuneigung und des Mitgefühls zunehmen. Mögen wir erkennen können, dass derselbe unbeschreibliche Lebensfunken in allen Wesen leuchtet. Mögen wir verstehen, dass wir, was wir den geringsten unter unseren Mitgeschöpfen antun, uns selber antun. We are one earth. One earth, or no earth. Mögen wir durch die Augen des Yogi sehen: „Gott schläft in den Steinen, Gott träumt in den Pflanzen, Gott erwacht in den Tieren und Gott kommt zum Bewusstsein im Menschen“. Sat Nam.
….steht auf der Packung…..ich bin total Peace ey….nix mehr mit schreiben hier, ich befinde mich on the way to Yogi’s Ashram…eng verbunden mit allen Kreaturen, auch meinen Freunden Mücke und Bremse…ooooohhhhmmmm.
Und Florian Silbereisen (der vom Musikantenstadl) hat gestern das Pokerturnier bei Stefan Raab gewonnen, coole Sau!
Montag, 15. Dezember 2008
Fluppen
Wissen die Nichtraucher unter den geneigten Lesern eigentlich, dass eine Stange (10 Schachteln) der begehrten Tabakröllchen in Deutschland 40,00 € kostet? (Das sind knapp 80,00 DM!!!) Und davon sind – haltet Euch fest – 30,70 € (76,7 %) Haushaltsgeld für Angie. Und jetzt kommt Ihr!
Ich hab es mir tagsüber ja schon abgewöhnt. Schließlich ist mittlerweile in allen öffentl. Bürogebäuden das Rauchen unter Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt worden. Oder hättet Ihr Lust, Euch wie früher in der Schule hinter der Turnhalle, vor der Tür herumzudrücken und unter den Augen der Passanten hektisch ein paar Züge zu nehmen? Genussvoll ist etwas anderes… Dann schon lieber gemütlich abends z. B. in den wieder zum Leben erweckten „rauchvollen Zonen“ meiner Lieblingslokale. Haben die Wirte doch nach langem Hin und Her eine Gesetzeslücke entdeckt, welche die bis dato kärglich bevölkerten Gasträume wieder mit uns blendend gelaunten, geistige Getränke konsumierenden (jeder Raucher weiß, dass zur Fluppe ein Wein-/Bierchen gehört) Rauchern füllt.
Ich weiß nicht, ob sich aufgrund der zahlreichen Gesundheitsmaßnahmen unserer Bundesregierung irgendjemand das Rauchen abgewöhnt hat. Tatsache ist jedoch, dass die Steuereinbuße wie ein Rachekomet fette Krater in den Tabaketat reißt. (Der 2006 in der BRD noch unfassbare 14,4 Mrd. Euro betrug) Nicht nur, dass kein vernünftiger Mensch mehr die teuren einheimischen Zigaretten kauft, auch über einem Großteil der Schank-, Bier- und Gewerbesteuer drohte der Pleitegeier zu kreisen . Das Ruder haben sie ja gerade noch rum gerissen.

Man könnte manchmal auch ein wenig freundlicher zu uns sein…Hust.
Sonntag, 14. Dezember 2008
Advent
Was ist überhaupt Advent? Wir Singles von heute haben ja überhaupt keine Ahnung mehr. Wir sind so damit beschäftigt schön und agil zu sein, dass wir für so etwas keine Zeit haben. In einer Familie mit Kindern musst Du, sonst schimpft die Kindergärtnerin. Da musst Du Wikipedia drauf haben, wenn der Nachwuchs naiv mit großen Augen fragt: „Hey mom, wos isn scheise Azvent? Un wo sind fette Azvenzkranzkerzen? „Äh ja Kind, damit ist die Wartezeit auf die Ankunft des Herrn gemeint.“ „Hoäh? Isch denk X-Box kommt von süße Mädchen mit blonde Locken, von Christkind?“ „Ja, aber das steht doch nur symbolisch für das Christuskind.“ „Mom, Christuskind is Junge...“ „Frag deine Lehrerin!“
Oft bin ich froh Single zu sein. Ich kuschle mich jetzt in meine Sofadecke und zünde die 3. Kerze an. Einen schönen 3. Advent Euch allen.
Samstag, 13. Dezember 2008
Rosa Nagellack
Ich war heute in meinem Fitnessstudio bei der Wassergymnastik. Ich gleite elegant durchs Wasser wie Moby Dick und freue mich wie andere bunte Exemplare der Gattung Homo Sapiens, Entwicklungsstufe Informationszeitalter, über Kommandos unserer Instrukteuse: Das Bein mal vor, mal zurück, die Arme mal gestreckt mal gebeugt, den Sprung bitte wie ein Frosch, den Gang wie ein Storch.
Ich recke den Hals besonders ballettös bei den anspruchsvollen Übungen, weil der süße Typ, Michael, seit Monaten mal wieder aufgetaucht ist. Ich bin noch bei dem Gedanken: „Mist, nicht mit gerechnet, mein Haar ist nicht unauffällig perfekt gestylt..“ als sich einer meiner Badeanzugträger, im hohen Bogen ein Rad über meine rechte Schulter schlagend, aus seiner rückwärtigen Verankerung verabschiedet. Nichts anmerken lassen, ha ha wie lustig, the show must go on, ha ha, dann geht’s eben mit einem Träger weiter, mh mh ha ha, stopf, nestel, zerr. Ich schau auf meine rosa lackierten Zehnägel, die mich durchs Wasser anblitzen, alles ist gut. Lächeln. Weiter machen.
Nun zu meiner heutigen Frage: Was ist zu tun bei hygienischen Katastrophen?
Vor einigen Wochen, auf dem Weg zum Schwimmbecken leuchtete mir an einem Fuß, der über eine Liege hinausragte, ein phänomenaler, blumenkohlartig erblühter Nagelpilz entgegen. Während ich so auf das Schwimmbecken zulaufe und darüber nachdenke, dass man das nicht nur der oberen Gesundheitsbehörde, sondern auch Angela Merkel, der EU-Kommission und dem CIA melden müsste, beruhige ich mich mit dem Gedanken: „Der geht bestimmt nicht schwimmen, der liegt nur hier rum..“

Ihr ahnt was kommt: Nicht nur Michael war heute im Wasser bei der Wassergymnastik… Nachdem die rosa Herzchen meine Iris wieder freigegeben haben, dachte ich, ich traue meinen Augen nicht: der Nagelpilz! „Mi mi mi mi mimimimimimi“ bibbert der schüchterne Gehilfe bei „Schweine im Weltall“. Ignore Nagelpilz, Ignore Nagepilz, warning, warning, blink, blink. „Es gibt doch Fungiex, Canesten, Domestos, Wasserstoffperoxyd“. Er wird verheilt sein, er muss (!) verheilt sein. Ich blicke auf meine rosa Zehen und alles ist gut.
Der ganz normale Wahnsinn
Vanille's anatomy!
